Glossar


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


A:


B:

Betrug:

Betrug liegt vor, wenn folgende Tatbestandsmerkmale gegeben sind: Täuschungshandlung (Vorspiegeln, Entstellung oder Unterdrückung von Tatsachen), Irrtumserregung (durch die Täuschung wird im Getäuschten eine falsche Vorstellung erweckt), Vermögensverfügung (durch die Irrtumserregung wird der Getäuschte zu einer Vermögens mindernden Verfügung veranlasst),Vermögensschaden (die Verfügung über das Vermögen führt zu einem Vermögensschaden beim Getäuschten oder einem Dritten) und Bereicherungsabsicht. Es muss Vorsatz vorliegen (§263 StGB).

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Bonität:

Die Zahlungsfähigkeit und das Zahlungsverhalten eines Kunden.

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Bonitätsmerkmale:

Kreditzielverlängerungen, Wechselprolongationen, zu geringes Eigenkapital, zu hoher Kapitaldienst.


Büroauskunft:

Auskunft, die sich ein Lieferant über einen (potentiellen) Kunden von einer Auskunftei (Bürgel, Creditreform, Schimmelpfeng) einholt.


C:


D:

Dominoeffekt

Gerät ein Unternehmen durch die Insolvenz eines Kunden selbst in Zahlungsschwierigkeiten, spricht man vom Dominoeffekt.

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E:

Eigentumsvorbehalt:

Eigentumsübertragung mit aufschiebender Wirkung. D. h., die gelieferte Ware bleibt Eigentum des Lieferanten, bis der Käufer die Ware vollständig bezahlt hat. Zu unterscheiden sind: der einfache Eigentumsvorbehalt, der erweiterte Eigentumsvorbehalt und der verlängerte Eigentumsvorbehalt.


Euler Hermes Collections GmbH:

Ein Unternehmen der Group Euler Hermes S.A. Das Unternehmen übernimmt den Einzug von "notleidenden" Forderungen und den Regress. Sehr sinnvoll auch als Ergänzung zur Kreditversicherung.

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F:

Factoring:

Flexible Forderungsfinanzierung, die Debitorenrisiken zu 100 % absichert und der Forderungsverkäufer in den Bereichen Verwaltung und Inkasso entlastet.


Faktura:

Rechnungslegung, in Rechnung stellen.



G:


H:


I:

Inkasso:

Einziehung fremder Forderungen


Insolvenz:

(siehe Zahlungsunfähigkeit)


Insolvenzordnung:

Zahlungsunfähigkeit ist gegeben, wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet, mangels Masse abgewiesen wird oder im Ausland vergleichbare Fälle der Zahlungsunfähigkeit eingetreten sind.
Seit 01.01.1999 neu in Kraft.



J:


K:

Kontokorrent:

Geschäftsverbindung, bei der die Lieferungen und / oder Leistungen des Lieferanten und die Zahlungen des Kunden gegenübergestellt und der Saldo ermittelt und ausgeglichen wird.


Kreditversicherung

Die Kreditversicherung oder auch Warenkreditversicherung schützt Unternehmen vor den finanziellen Risiken eines Zahlungsausfalls.

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Kreditziel:

Zahlungsfrist oder der Ablauftermin der Zahlungsfrist, den / die der Lieferant dem Kunden für die Zahlung eingeräumt hat, z. B. 30, 60, 90,120 oder 180 Tage.


Kreditzielüberschreitung:

Liegt vor, wenn ein Kunde nicht innerhalb der vereinbarten Zahlungsfrist (bis zum vertraglich vereinbarten äußersten Kreditziel) gezahlt hat (Kreditziel). Wenn dieser Fall eintritt oder erkennbar ist, dass ein Kunde das Kreditziel überschreiten wird, ist der Kreditversicherer sofort zu informieren.


Kreditzielüberschreitungsmeldung:

Die Information, die der Versicherungsnehmer dem Versicherer unverzüglich geben müssen (vertraglich vereinbart), wenn ein Kunde das äußerste Kreditziel überschreitet.



L:

Lieferantenkredit:

Für die Wirtschaft ein notwendiges Finanzierungsmittel. Verhandelt wird über die Laufzeit und die Zahlungsweise.

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M:


N:

Nichtzahlungstatbestand:

(siehe Protracted default)


O:

Offenes Factoring:

Dem Debitor wird angezeigt, dass die Forderung an einen Factor abgetreten ist. Dies ist der Regelfall. Den Gegensatz bildet das "stille Factoring" => der Debitor erfährt nichts von der Abtretung. Nach außen hin wird also der Einzug der Kundenforderung so abgewickelt, als wäre kein Factoringvertrag geschlossen.


P:

Protracted default:

Nichtzahlungstatbestand) Protracted default tritt nach einer bestimmten Fälligkeit einer Forderung ein.

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Q:


R:

Rating:

Auf internationalen Finanzmärkten übliche standardisierte Kennziffer zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines internationalen Schuldners. Es kann sich um Länder-Ratings oder Emittenten-Rating handeln.
Ratingstufen:
A => bonitätsmäßig erstklassige Schuldner
B => bonitätsmäßig zweitklassige Schuldner
C => bonitätsmäßig drittklassige Schuldner
D => bonitätsmäßig zweifelhafte Schuldner

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Reverse factoring:

Umgekehrtes Factoringverfahren. Auch hierbei wird eine Finanzierungsgesellschaft gegründet. Dahinter steht der Abnehmer / Käufer von Waren. Die Finanzierungsgesellschaft bezahlt die Lieferanten unter Skontoausnutzung. Die Finanzierungsgesellschaft refinanziert sich über eine Factoringgesellschaft. Die Finanzierungskosten liegen zwischen 30 - 50 % des auf diese Weise erzielten Skontoertrages. Den verbleibenden Ertrag teilen sich die Finanzierungsgesellschaft und die Factoringgesellschaft.



S:

Salden:

Offene Forderungen.


Saldenabtretung:

Abtretung offener Forderungen.


Schaden:

Alle Vorgänge, bei denen der Versicherungsfall eingetreten ist bzw. noch zu erwarten ist.


Stilles Factoring:

Der Debitor erfährt nichts von der Abtretung. Nach außen hin wird also der Einzug der Kundenforderungen so abgewickelt, als wäre kein Factoringvertrag geschlossen worden.


T:


U:

Überfällige Forderungen:

Forderungen, die im vereinbarten Zeitrahmen nicht bezahlt (ausgeglichen) wurden. (siehe Kreditzielüberschreitung)


Überfälligkeitsmeldung:

Die Informationen, die der Versicherungsnehmer dem Versicherer unverzüglich mitteilen muss (vertraglich vereinbart), wenn ein Kunde das Zahlungsziel überschritten hat.



V:

Vergleichsverfahren:

Außergerichtliches Verfahren zur Abwendung einer Insolvenz, in der die Vergleichsgläubiger zu einem bestimmten Teil Ihrer Forderungen befriedigt werden.


Versicherungsfall:

Ein Versicherungsfall liegt vor, wenn zweifelsfrei feststeht, dass ein Kunde zahlungsunfähig (siehe Zahlungsunfähigkeit) ist oder protracted default (siehe Nichtzahlungstatbestand) vorliegt.


Versicherungsnehmer:

Ein Versicherungsnehmer ist ein Lieferant, der mit einem Kreditversicher eine Kreditversicherung abgeschlossen hat, dessen offene Forderungen ganz oder teilweise versichert sind.


Versicherungsschutz:

Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen, die während der Laufzeit eines Versicherungsvertrages entstehen und die wegen einer ebenfalls während der Laufzeit des Versicherungsvertrages eingetretenen Zahlungsunfähigkeit eines versicherten Kunden ausfallen.


Vorausabtretungsklausel:

Die Vorabtretungsklausel ist die Formulierung der Abtretung einer künftigen Forderung. Dies kann sehr zweckmäßig sein, wenn z. B. der Kunde die vom Versicherungsnehmer gelieferte Ware vor Bezahlung auf Ziel an einen Dritten weiterververkauft und zahlungsunfähig wird. Mit dieser Klausel hat der Versicherungsnehmer dann die Forderung an den Dritten.



W:


X:


Y:


Z:

Zahlungsziel:

Der letzte Tag des Zeitraumes, den Lieferant und Kunde vereinbart haben, in dem die Forderung des Lieferanten bezahlt sein soll (z.B. innerhalb von 30 Tagen) => typische Form des kurzfristigen Lieferantenkredits.


Zahlungsunfähigkeit:

Zahlungsunfähigkeit ist gegeben, wenn


  • mit sämtlichen Gläubigern ein außergerichtlicher Liquidations- oder Quotenvergleich zustande gekommen ist oder

  • eine vom Versicherungsnehmer vorgenommene Zwangsvollstreckung nicht zur vollen Befriedigung geführt hat.

  • Insolvenzverfahren eröffnet oder dessen Eröffnung mangels Masse abgelehnt worden ist.
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